Genderbender

“Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.”
~Simone de Beauvoir

Letztens kam mal wieder die Frage nach meinem RL Geschlecht. Die Antwort darauf: “Geschlecht wird völlig überbewertet.” scheint die wenigsten zu befrieidigen, aber ist entgegen vieler Vermutungen keine Ausflucht von mir, sondern meine ehrliche Meinung:

Wenn ich eins in einem Rollenspiel gelernt habe, dann das der Beruf, die Rasse und eben auch das Geschlecht eine Performance sind und NICHT angeboren sein müssen. Das heißt zweierlei: Erstens- man kann durch Beobachtung und Anwendung LERNEN etwas überzeugend zu spielen was man selber nicht ist. Zweitens- sämtliche Aufreger über Genderbender (und in gewissem Maße auch der Streit über die Abwesenheit “echter” Männer/Frauen/Sklavinnen) sind bestenfalls sexistisch gefärbte Aburteilungen von Mitspielern, die aufgrund des anderen Geschlechts eine breitere und tiefgehendere Angriffsfläche bieten als wenn sie einfach nur lausige Rollenspieler wären. Bei letzteren kann man wenigstens objektiv sagen das sie schlecht emoten, technisch keine Ahnung von Storytelling haben etc. Bei Genderbendern wird sofort auf ein Defizit oder heimliche Wünsche des Spielers OOC geschlossen. Es gibt genau aus diesem Grund die Gefahr, dass Mitspieler einen Genderbender nicht mehr für voll nehmen und sich von ihm zurückziehen. Deshalb gibt es unter “Genderbendern” einen starken Bedarf ihr RL Geschlecht zu verheimlichen und sich eine seinem Char entsprechende OOC Persönlichkeit zuzulegen. Denn die allermeisten können an Beschimpfungen wie Tunte, Mannweib, Manther oder “elitäres bisexuelles Ding” nichts positives finden, sie wollen einfach nur spielen und als Spieler ernstgenommen werden. Wenn ich jemandem die Schuld an dem daraus resultierenden Drama geben müsste, dann wohl genau jenen Spielern, die nicht akzeptieren wollen, das ein Rollenspiel auch Geschlechterspiel beinhaltet und ähnlich wie bei Schauspielern eine Trennung zwischen Rolle und normalem Leben erfolgt.

Wann ist ein Mann ein Mann

Aber nun mal nach Gor, der Hintergrundwelt. Ich geb mal ein paar Verhaltenstipps fürs Spiel eines Chars mit gegensätzlichem Geschlecht, die jetzt soo neu nicht sind:
Es ist vor allem wichtig jederzeit festzuhalten, das Männer und Frauen total unterschiedlich sind und es nichts werden kann, wenn das eine Geschlecht versucht wie das andere zu sein. Deshalb muss eine Frau immer hundertpro von einem Mann zu unterscheiden sein.

Frau:
-Gefühlsbetont, intuitiv
-Körperlich schwach, hilfsbedürftig
-anmutig, hübsch, jung
-naiv, schwacher Wille,
-folgt gerne und lässt sich gerne “versorgen”
-Konsenztyp, harmonisch, scheut Hierarchien
-Risikoscheu, nimmt gern den leichten Weg
-Naturverbunden, Gefühlsmensch, keine Ahnung von Technik
-sexuell entweder völlig gefühlskalt (FW) oder eine Schlampe sondergleichen (Sklavin).
-strebt danach einen Mann zu finden mit dem sie glücklich werden kann

Mann:
-zeigt keine Gefühle außer Zorn, macht seine Gefühle nicht zum Thema
-(selbst)kontrolliert
-körperlich stark
-risikofreudig/mutig
-sexuell unersättlich, kann seinen Sexualtrieb perfekt steuern
-Anführer, “Macher”,”Ernährer
-gelassen, muss sich nicht “beweisen”
-Technikbegeistert, Logikmensch
-strebt nach Macht und Erfüllung seiner Wünsche

Wenn man all diese Klischees überzeugend im Spiel rüberbringen kann: Glückwunsch- man ist dann wohl ein Teil jener Spielermenge die “nen besseren Mann spielen kann als ein Mann.” Was letztendlich ebenfalls eine sexistische Bemerkung gegenüber Männern ist und damit überflüssig. Leider ist die Gesellschaft noch immer sehr intolerant und wenig sensibilisiert für solche Themen. Vor allem Gor scheint gerade solche Leute anzuziehen, die es am liebsten immer einfach hätten. Rollenspiele sind aber nunmal nicht einfach, doch es gibt Hoffnung: Mario Barth gucken.

😉

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24 thoughts on “Genderbender

  1. Djady/suca says:

    Es wäre schoen , wenn es wirklich egal wäre Luma.

  2. stiller Himmel says:

    Wir wären nicht heute wo wir sind, wenn niemand aufgestanden und laut geworden wäre.

    Die Diffamierung von Genderbendern muss erstmal als solche erkannt werden und dann verschwinden. Wir preisen bereits die Trennung von IC und OOC, dies wäre wirklich ein Punkt, an dem der Einzelnde zeigen kann, dass er trennt und nicht nur so tut als ob. Gor hat das Ic/OOC Kuddelmudel von 2007 überwunden, die Rockerbräute…ich bin zuversichtlich, das man langsam aber sicher auch obigen Konflikt auf rationale Art bewältigen kann.

  3. Djady/suca says:

    Wenn man das möchte ja, ich persönlich mag auch nicht jeden Genderbender, weil viele es mehr schlecht als recht machen. Die wenigen die es gut machen, reissen das eben für die Allgemeinheit nicht heraus. Vieleicht ist auch genau das das Problem.
    Ich glaube nicht, dass man es jemandem zum Vorwurf machen kann, wenn er lieber mit Leuten spielt deren Geschlecht IC und OOC übereinstimmt.

    Für mich kommen Genderbender als enge Mitspieler nur dann in Frage, wenn sies wirklich gut machen, ansonsten nervts genauso wie alle anderen RP Fails.

  4. stiller Himmel says:

    Das Problem ist Diffamierung eines Spielers weil er ein gegensätzliches Geschlecht spielt, ohne das seine Rp Fähigkeiten auch nur im geringsten berücksichtigt werden…

    Beispiel das du sicher auch miterlebt hast:
    Selbst wenn jemand solide spielt wird plötzlich, sobald bekannt wird,, das sein OOC Geschlecht andersartig als das der Rolle ist, wird mit der Lupe nach “Fehlern” gesucht und sicher auch gefunden, denn niemand spielt so, dass es allen jederzeit gefällt. Dem einen ist der Spieler zu lasch, dem anderne zu hart. Shit happens, was hat das OOC Geschlecht damit zu tun? Eigentlich garnichts. Es wird aber immer wieder als Begründung herangezogen. Und das ist diffamierend, sexistisch, unsachlich und falsch.

    Wenn jemand im RP failt dann nicht weil er Genderbender ist, sondern weil er z.B. unzuverlässig ist, alles ins OOC zieht oder weil er keine Ahnung vom Emoten hat. Das trifft geschätzt auf 3/4 aller Spieler zu, es ist ein Trauerspiel. Warum reitet man nicht darauf mal herum, sondern beißt sich immer wieder bei Geschlechtersachen fest? Weil es so einfach und naheliegend ist, die alten Vorurteile zu pflegen? Weil es so einfach ist zweierlei Maß anzulegen und dann hinterher zu sagen “Och, diese GEnderbender können eh alle nicht spielen”? Sowas nenn ich Bullshit.

  5. Gem says:

    “Für mich kommen Genderbender als enge Mitspieler nur dann in Frage, wenn sies wirklich gut machen, ansonsten nervts genauso wie alle anderen RP Fails.” – woher willst du wissen, ob zb dieser völlig überzogen machohafte Krieger oder jener total einfühlsame Handwerker, diese übertrieben sexhungrige Sklavin oder jene überspitzt prüde Freie nnicht doch tatsächlich von Spielern gespielt werden, die das selbe Gender haben?
    Gender ist keine Frage des biologischen Geschlechts (wobei das auch bloß nicht strikt M und W ist). Gender ist eher ein gesellschaftliches Konstrukt: Rollen, die dem jeweiligen Geschlecht aufgedrängt werden, Erwartungen, die an Vertreter des jeweiligen Geschlechts gestellt werden. Stereotypen: “ein Junge/Kerl tut dies nicht, tut jenes nicht; das ist Weiberkram/schwul etc”, “Sowas passt nicht zu einem Mädchen/einer Frau; Bist’n Kerl oder was?” – Bullshit! Woher kommt denn dieses “Das ist Jungskram/Mädchenkram”? Glaubt ihr etwa immer noch daran? Ich kenne Hetero-Männer, die aufgrund ihres Einfühlungsvermögens die Rolle von “besten FreundInnen” einnehmen, Frauen, die aufgrund ihrer “Burschikosität” mehr “Kumpel” als “Freundin” sind, Männer die besser mit Job und Haushalt klarkommen als manche Frau, Frauen die besser in technischen Berufen sind als ihre männlichen Kollegen – der Zwang, die Genderrollen auch tatsächlich einzunehmen, ist längst nicht mehr da. Also warum sich da über Genderbender aufregen?
    Für mich spielt das Geschlecht eines Menschen nur dann eine Rolle, wenn ich RL (also OOC) sexuell an diesem Menschen interessiert bin (und selbst dann ist es nicht soooo wichtig) – ansonsten ist mir das herzlich egal.

  6. Glückwunsch zu der gelungenen Satire.

  7. Djady/suca says:

    @ Gem

    Darum ging es mir eigentlich weniger. Ich meine eher, dass mich Fehler im RP stören weil sie Fehler sind, mir ist es egal von wem sie gemacht werden. Hab ich mich missverständlich ausgedrückt?

  8. stiller Himmel says:

    Glückwunsch zur spöttischen Ignoranz, Barth. Das ist so originell.

  9. stiller Himmel says:

    @Djady: Das Problem mit Themen wie diesen ist, man versteht sich sehr schnell falsch: Dir ist es egal, was der Gegenüber ist, solange er keine “Fehler” macht, jedoch bezieht sich oben dein Post nur auf Genderbender. Da kommt schnell der Eindruck einer (unbewussten) Sonderregelung nur für diese Spieler auf. Des weiteren argumentierst du aus deiner Ansicht wonach die meisten Genderbender schlecht spielen, und deshalb es völlig ok sei, wenn Spieler nicht mit solchen Leuten spielen wollen. Das ist deine Erfahrung, ich hab aber ganz andere Erfahrungen gemacht und andere Schlüsse gezogen.

    Vermutlich willst du eine Zwischenposition anstreben, wo alle tolerant zueinander sind, aber das wird nicht klappen, solange Genderbender eben mit einem Haufen Vorurteile belastet sind bzw. wenn diese angesprochen werden, wird das Thema mindestens von einem Postertroll marginalisiert oder lächerlich gemacht, einfach zu schreiben das man eben wirklich tolerant ist und allen die gleichen Chancen gibt wäre schön, öfters zu lesen.

    Wir reden hier sicherlich von einer Minderheit mit unbekannter Dunkelziffer. ich kenn persönlich 5 Genderbender, nicht viel, aber wirklich schlechter als der Durchschnitt spielt keiner davon- liegt wohl auch daran das man sich mit den Leuten umgibt, mit denen man kann. Und wenn davon über die Hälfte dasselbe Problem kennen (OOC ein Scheinbild aufzubauen, das dem Rollengeschlecht entspricht z.B.) dann ist das ein Problem, das nicht sie allein zu verschulden haben und für das man sich sensibilisieren kann. Also, gleiche Chancen für alle und ich schmeiß den Artikel freudig in den Müll.

  10. Also dann mal Tacheles… zuerst einmal liest sich der Beitrag wirklich wie eine Satire, denn sowohl Frau als auch Mann können viel differenzierter sein als die von dir dargestellten Rollenschablonen, teilweise sind sie das auch schon in den Büchern. Da muss man sich nur mal an die Krieger erinnern, die durchaus Gefühle zeigen, die man ihnen nicht zutraut, und und und… andererseits kann es ja sein, dass diese Schablonen bzw. groben Handlungsrahmen für ein einigermaßen überzeugendes Genderbending ausreichend snid.
    Dein Kommentar zu meinem lässt aber darauf schließen, dass er ernst gemeint ist. Nun denn. Genderbender sind ja auch ein Thema über das ich mir schon desöfteren Gedanken machte.
    Meine Meinung zu dem Thema: man kann durch Beobachtung nur bis zu einem gewissen Grad das gegenseitige Geschlecht wirklich überzeugend spielen lernen. Nehmen wir mal einen Mann als Spieler an, der als Rolle eine Frau spielt. Der wird sicherlich bis zu einem gewissen Grad eine Schwangerschaft ausspielen können oder die Periode, aber ab einem gewissen Punkt wird da die Schauspielkunst versagen, da man gewisse Sachen im Leben einfach erlebt haben muss, um sie wirklich überzeugend für das gespielte Geschlecht darstellen zu können. Eine Frau merkt doch mehr oder minder schnell genug, wenn da ein Mann auf Schwanger macht, der das niemals erleben können wird, oder eine dreifache, reelle Mutter. Notfalls lässt sich das der Mann von einer Frau mal eben texten, aber der Stilbruch dürfte auffallen.
    Umgekehrt gilt das auch für Frauen, die Männer darstellen. Bei denen ist nämlich die häufigste Erscheinung, dass sie die Männer nicht so darstellen, wie sie sind, sondern wie sie die Männer gerne hätten und damit nehmen sie manche Männer dann einfach nicht mehr wirklich für voll. Oder anders gesagt eben genau das, was du als Grundlage für erfolgreiches Genderbendern hier in deinem Artikel propagierst: Karikaturen der Geschlechterrollen, Archetypen, die bis zu einem gewissen Grad übereinstimmen dürften, aber die Wirklichkeit ist viel differenzierter.
    Dazu kommt, und in der Hinsicht sind viele Rollenspieler bis zu einem gewissen Grad einfach betriebsblind, dass längst nicht alle Mitspieler mit denselben Voraussetzungen ins Rollenspiel einsteigen. Wenn wir einen von Zeusels Schreibtischperversen haben, der vielleicht das RP auch als Kontaktbörse begreift – und diese Leute gibt es öfters, als man denkt – ist für den sehr wohl das reelle Geschlecht hinter dem Avatar von massiver Bedeutung. Spätestens dann aber, wenn wirklich reelle Gefühlt auf einer Seite mit ins Spiel kommen sollten, dann wird es das – es sei denn wirklich, beide Seiten sind bisexuell veranlagt oder eine ist Bi und die andere lesbisch/homosexuell. Das kann man sich aussuchen.
    Und dann ist es eben so, dass sich im Laufe ihrer RP-Karrieren genügend Mitmenschen eben zumindest einmal massiv von Genderbendern verarscht fühlen. Da muss man selbst so etwas niemals gemacht haben, solch ein Erlebnis alleine reicht aus dass bei diesen Mitmenschen Genderbender für lange Zeit unten durch sind.
    Letztendlich kommt dazu, dass man der Spieler hinter dem Avatar auch nur bis zu einem gewissen Grad sein wahres Geschlecht verbergen können wird. Es gibt einfach immer diverse Kleinigkeiten, an denen man es dann zumindest unterschwellig spürt, dass man da einen Genderbender vor sich hat.
    Der wichtigste Indikator dabei ist und bleibt der Sprachgebrauch. Frauen neigen zu einer blumenreicheren, ausgeschmückteren Sprache mit vielen Adjektiven, während Männer da anders ticken. Das sage nicht nur ich, sondern das wurde auch von Linguisten erforscht und publiziert, z.B. bei Amazon kann man http://www.amazon.de/M%C3%A4nnersprache-korpusgest%C3%BCtzte-Sprachgebrauchs-amerikanischer-Geschlechtsspezifika/dp/3830034407 eine Studie dazu käuflich erwerben. Es gibt auch automatisierte Analyseprogramme, denen man einen Textkorpus vorlegen kann und anhand des Sprachgebrauchs errechnen sie dann die Wahrscheinlichkeit, ob der Text von einer Frau oder einem Mann verfasst worden ist. Die Erkenntnisse dieser Studie sind ohne Probleme auch auf die deutsche Sprache anwendbar.
    Auch wenn vielen das mit dem Sprachgebrauch gar nicht bewusst sein sollte, unbewusst nimmt man das sehr wohl wahr und mal ehrlich, wer nicht gerade ganz verschlafen ist, der spürt in der Regel recht flott intuitiv, ob hinter das Avatargeschlecht gleich ist mit dem Spielergeschlecht dahinter oder nicht. Die Amis würden das, falls nicht, mit dem Idiom „There’s something fishy about him“ bezeichnen.
    Es ist und bleibt eben damit der Fall, dass das RL-Geschlecht des Spielers hinter Avatar XY nur bis zu einem gewissen Grad unbedeutend ist. Wenn man Pech hat, dann ist für jemand dann vielleicht doch mal die Grenze aus welchen Gründen auch immer erreicht, und das muss nicht immer man selber sein.
    Persönlich sehe ich das wie Djady, solange sie es gut machen und nicht übertreiben, sollen sie ruhig machen. Die Gefahr besteht letzten Endes in der Übertreibung und ggf. bei manchen Mitspielern darin, dass sie geistig unflexibel sind und sich verarscht fühlen könnten.
    So oder so aber, das RL-Geschlecht wird man niemals vollkommen von seiner Rolle und deren Geschlecht trennen können, es schwingt immer unterschwellig mit und das spüren die Mitspieler auch mehr oder minder deutlich, wenn sie nicht auf den Kopf gefallen sind. Was sie daraus dann machen, ist unterschiedlich, aber wirklich auf ganzer Linie überzeugen können wird man fast immer nur dann, wenn man das eigene Geschlecht in Übereinstimmung mit dem RL-Geschlecht spielt.

  11. stiller Himmel says:

    Ah, das ist doch schon besser 🙂 Genau, reden wir Tacheles.

    Das Problem ist vielfältiger als es oben steht, stimmt, denn es geht nicht einfach nur um Leute die ein anderes Geschlecht spielen sondern immer auch auch um die Wahrnehmung von Geschlecht im irdischen Kontext, im goreanischen Kontext und im rollenspielerischen Kontext zugleich.

    Es ist ein Thema über Klischees, denn Klischees machen es einfach, jemanden eindeutig als männlich oder weiblich zu identifizieren. Das man nie alle Klischees erfüllen kann ist offensichtlich. Dennoch wird im Kontext von Gor nach “echten Männern” und “echten Frauen” geschrien, was einfach nur heißt, das Genderkonformes Verhalten mehr begrüßt wird als ein nuanciertes und “realistischeres” Bild.

    Also ist man vor die Entscheidung gestellt:
    Entweder jeder spielt sich selbst, dann hat man kein Rollenspiel mehr- oder jeder spielt einen Char und nutzt entsprechende Klischees, damit andere die “Rolle” verstehen. Es passieren auch da “Darstellungsfehler” (wie immer wenn man etwas spielt das einem nicht in Mark und Bein übergegangen ist- das passiert). Aber man kann nicht absoluten Realismus UND Rp fordern ohne das es Drama gibt. In diesem Fall suchen die Leute den Schuldigen z.b. bei Genderbendern, die ja keine “richtigen Männer/Frauen spielen können”. Was sie letztendlich aber auch nicht merkbar schlechter machen, als der luschige Typ (OOC Mann) in der Taverne, dem seine Sklavin auf der Nase herumtanzt. Gor als Rp ist halt eine einfache Welt und da passen Klischees wunderbar hinein.

    Sicher haben Leute schlechte Erfahrungen gemacht. Aber es geht doch darum dennoch verantwortungsvoll damit umzugehen und nicht z.B. hinter jedem Genderbendder dasselbe Unglück erneut zu erwarten. Wir erwarten ja auch nicht, dass alle Alts betrügerisch und hinterhältig sind, nur weils da mal so einen Fall gab…

    Noch etwas zu den “Schreibtischperversen”: Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, mein RL Geschlecht zu offenbaren, nur weil evtl. Leute damit Probleme haben könnten. Es ist DEREN Aufgabe z.B. in ihrem Profil deutlich zu machen, das sie damit ein Problem haben. So kann ich sie dann entsprechend meiden.

    Wenn man Gor als Rollenspiel sieht muss man trennen, man muss Leuten verzeihen das sie nicht immer In character handeln und “Darstellungsfehler” machen oder wir sind bald mehr mit Diskutieren übers Spielen beschäftigt als mit dem spielen und (selbst)verbessern. Was wohl soeben passiert ist. *Ächz*

  12. […] der weiß: es geht noch ausführlicher, die Deutschen haben da beileibe nicht das Patent drauft!Stiller thematisierte bei sich drüben für mich ein wenig überraschend Genderbender und deren Diff…. Das Thema ist auf jeden Fall eine nähere Betrachtung wert, da sehr vielschichtig und weit […]

  13. Zeus says:

    Stiller, lass das mal nich Luna hören! Die dreht eh gerade schon völlig am Rad.

    Bringen wir das doch einfach mal auf den Punkt: Solange es alles “normales” Rollenspiel ist, kein Ding. Sobald aber das Thema “Ficken” auf den Tisch kommt, wirds sehr eng. Natürlich gibts Leute für die ist das nur RP und so, total schmuck und dolle schön. Wahrscheinlich bügeln die noch die Wäsche dabei. Für die ist das auch bestimmt völlig egal, ob hinter der Kajira unter ihnen im RL eine Frau, ein Mann, ein Karnickel oder ein Klingone steckt. Das ist dann auch die Fraktion Spieler, die aus allen Wolken fällt, wenn das Gegenüber hinterher OOC gesteht “hey ich bin jetzt richtig rollig deswegen und will vielleicht mehr”.

    Finde ich sehr verständlich, und legitim irgendwo. Auf der anderen Seite sind die Leute, die sich nicht scheuen davor auch mal so nen Rohr unterm Schreibtisch oder nen feuchten Schlüpfer zuzulassen, genauso gelackmeiert wenn die merken das sie voll abgegangen sind auf jemanden der nunmal gar nicht dem Geschlecht entspricht, was sie jetzt geistig so vor Augen hatten. Wenn Sex im RP auch nur Ansatzweise emotional wird, dann ist das meiner Meinung nach auch eine gewisse Vertrauenssache. Das Genderbender da für einen heftigen Bruch sorgen, wissen wir, geschenkt. Und das ist eigentlich so das Problem.

    Sobald Vertrauen mit ins Spiel kommt, wo das RL Geschlecht schon irgendwo eine Rolle spielt, ist Genderbending für die Füsse.

    Fürs generelle Gor RP, ja mein Gott, mir doch egal. Ich kenne ein paar Männercharaktere, deren Steuereinheit eine Frau ist. Die Spielen die Charaktere zugegeben oft auch etwas romantisch (“Wie ich als Frau mir meinen tollsten goreanischen Mann vorstelle”), ecken aber finde ich weniger an im Betrieb. Auch was wert. Das passende Gegenstück dazu sind dann die Kajirae mit männlicher Steuereinheit (“Wie ich als Mann mir meine Traumschlampe vorstelle”). Keine Ahnung ob die aber schneller scheitern und anecken. Es wäre für mich sicherlich kein Problem in Grundzügen eine glaubhafte full btb sonstwas Kajira zu spielen, aber spätestens wenn gepoppt werden soll bin ich wohl TP out. Ausser ich bin besoffen. Oder total rollig und verzweifelt. Oder beides.

    Kurzum, ich hab echt nix gegen Genderbender im Rollenspiel, im Gegenteil. Allerdings unter der Bedinung das die sich bewusst sind das die ein wenig darauf achten sollten, was das Gegenüber so erwartet, bzw ob man nicht jemanden verdammt auf den Schlips treten kann. “Ey deine Kajira war nen RL Kerl und du hast den geknallt, lolroflmao^^1111elf!!!!!” ist auch nicht gerade schön zu hören wenn sowas die Runde macht. Also entweder offene Karten, möglichst keinen Sex oder nahezu perfektes “Rollenspiel” unter dem Motto “was ich nicht weiss…”. Ich wills einfach nicht merken müssen im Gor RP. OOC oder “auf der Erde” ist das was ganz anderes. Da komme ich mir ziemlich sicher verarscht vor.

    Den einzigen Genderbender den ich da akzeptiere ist mein alter Freund Stavros, der griechische LKW Fahrer.

    Tschöööö!

  14. spitte says:

    Schönes Thema – IC interessiert mich das Geschlecht eigentlich nur am Rande. Was ich viel “schlimmer” finde ist dass Menschen auch OOC ein “falsches” Geschlecht vortäuschen. Hier werden bewusst Mitspieler, Menschen und sogar engste Freunde getäuscht weil man IC seinen Char wahren will.
    Wenn die Geschlechtswandlung doch nur dazu dienen soll IC etwas auszuleben – warum kann ich OOC dann nicht offen dazu stehen? Ich habe es erlebt das Leute mir gegenüber ehrlich waren und dann habe ich beobachtet wie andere, enge vertrauete (Freunde?) einfach im Unwissen gelassen wurden. Und ich rede nicht davon dass man nun jedem dahergelaufenen Spieler seine Absichten erklären soll – dass ist schon klar das damit IC etwas kaputt gehen kann. Ich habe erlebt wie sowas eskalieren kann – man kann nicht Voicen ohne das Tarnungen auffliegen, man muss als Wissender immer tierisch aufpassen dass man sich nicht aus Versehen verplappert usw. Ich finde durch das Verhalten der Spieler die da “täuschen” werde ich schnell zum “Mittäter” – und mir persönlich vergrault es schnell die Laune. IC – OK – aber OOC?? Warum wird das nicht klar getrennt? Hat man Angst der Gegenüber wird das Wissen um das wahre Geschlecht mit ins RP einfliessen lassen? Keine Ahnung……

  15. sternenzeit says:

    Frauen sind anders als Frauen und Männer sind anders als Männer. Man sollte davon weggehen, dass es zwischen Frau und Mann, außer den äußerlichen Unterschieden, große Unterschiede gibt. Ein Mann kann genauso blumig reden wie eine Frau und eine Frau kann sich genauso knapp halten wie ein Mann. Das sind alles Mechanismen, die uns bei gebracht werden.
    Simone de Beauvoir, sagt nicht umsonst “Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.”

    Was die Klischees angeht, die du Stiller da gezeigt hast. Ich bin der Meinung, gerade wenn diese vom anderen Geschlecht ausgespielt werden, wird man erst recht misstrauisch. Klischees ausspielen kann sehr gefährlich sein, zumal man sich dann dazu hinreißen lässt, das diese überspitzt dargestellt werden.

    Und ich stimme Barth in einem Punkt zu. Wenn man aufmerksam genug ist, dann bekommt man es unterschwellig mit, dass der Gegenüber eigentlich ein anderes Geschlecht hat. Dann hat man den berühmten Aha – Effekt, wenn heraus kommt oh er ist ja doch eine Frau / Mann.

    Mir ist das relativ schnuppe. Ich flirte auch mit Männern, von denen ich weiß das dahinter eine Frau steckt, denn für mich ist sie im Spiel ein Mann und basta.

  16. Moin

    Also ich habe sowohl weibliche als auch männliche Rollen gespielt. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass wenn man offen damit umgeht viele gegenüber oder Mitspieler auf einmal “anders ” mit einem spielen.

    Deswegen halte ich es neuerdings fast geheim wenn ich eine Frau spiele (ausser bei Spielern die sowieso schon kenne) Ich will mir einfach von anderen nicht indirekt vorschreiben lassen was ich spielen darf und was nicht. Das gilt übrigens auch ausserhalb von Gor – also auf der sogenannten “SL Erde”

    Oder wie die Lindens sagen: Your World your Imagination!

    Wer damit ein Problem hat soll es in sein Profil schreiben, da bin ich ganz bei Stiller, RL Info ist keine Bringschuld und das schliesst das Geschlecht mit ein.

    Der Sleen

  17. Noch ein Nachtrag:

    Wer in Second Life Rollenspiel eine Frau spielt, will auch als Frau angespielt werden. Oft machen das die “Man” aber nicht mehr, wenn er weiss dass der Spieler ein Mann ist. Vielleicht weil er aus seinem fantasielosen Hinterkopf, die Tatsache , dass er es mit einem Mann zu tun hat nicht raus bekommt.

    Bei mir hat das übrignes (meine ich) noch keiner gemerkt.

    Der Sleen

  18. spitte says:

    Gut, wer Probs mit der Ehrlichkeit hat der soll halt seinen Lifestyle ausleben. RL geht einem nix an in SL? Ok – kann man so sehen – aber warum leben sie dann nicht danach? Warum wird dann ein Bohei drum gemacht wenn man “enttarnt” werden könnte? Die, die wirklich glauben das RL nicht mit ins Spiel greift die glauben auch an den Weihnachtsmann…irgendwann kommt der Punkt wo sich die Welten berühren. Und da mag ich es wenn es ehrlich passiert. Ich habe auch in meiner Umgebung Männer die Frauen spielen, aber – der Unterschied ist sie sagen das ganz offen und täuschen nicht. UInd wenn ich zu dumm bin dass zu spielen – dann liegst doch an mir – sprich am Mitspieler. Vor mir steht ne Frau…also spiele ich sie auch so an. Das einzige was ich nicht tue wenn ich weiss dass diese Steuereinheit in RL Bartträger ist – ist die Sache mit der Lust……..

  19. stiller Himmel says:

    @Zeus, Schweini: Warum nimmt man die Leute nicht so wie sie sich darstellen, sondern muss immer hinterfragen und verifizieren? Ich mein wir spielen auf einer anonymen Plattform und dann auch noch ein Rollenspiel. Das bietet eine ungeahnte Freiheit mal das zu sein was man sein will, ohne das die reale Persönlichkeit und Probleme ein Thema wären. Ohne Wissen ums RL Geschlecht kann ich viiel einfacher rumcybern und sexeln bis die Tastatur eingesaut ist, da mach ich mir doch nicht meinen Spass kaputt und bohr nach Infos, die ich später bereuen könnte.

    @OOC Scheinidentität: Freiheit digital zu sein was man sein will, hat einen Preis. Es reißt wohl niemandem ein Bein aus, wenn man statt die Wahrheit zu “verlangen” sich einfach ein wenig in gesunder Ignoranz und Akzeptanz übt. Enttäuscht wird man noch an sehr viel mehr Stellen als nur beim Geschlecht. Es ist natürlich nicht in Ordnung ist anderen einen Bären über sich aufzubinden. Aber es ist wie es ist. Leute trennen nicht, Leute fordern die Wahrheit ein…der Mechanismus hinter Scheinidentitäten ist nicht “Schuld” der Genderbender allein, sondern auch der Umgebung, die sie dazu aus mehreren Gründen treibt. Gäbe es wirkliche Alternativen die nicht mit einem großen ABER gekennzeichnet sind so würde jeder total relaxt zu sich stehen können. einige könnens, das ist klasse- andere nicht, dafür gibt es klare Gründe- Angst z.B. Jetzt diese Personen anzugreifen ist definitiv keine Methode um dieses Verhalten zu ändern.

    @sternenzelt: Jops, stimm mit dir überein. Besonders der Teil: Ich flirte auch mit Männern, von denen ich weiß das dahinter eine Frau steckt, denn für mich ist sie im Spiel ein Mann und basta.

    @Wolfgang: Aus dem Grund, dass die meisten Leute sich eben doch von Infos beeinflussen lassen, fahre ich eine no-info policy. Es sei denn, es geht um organisatorisches das sich nicht in IM besprechen lässt oder es sind Leute denen ich zutraue das sie halbwegs trennen können. Man kann im Internet im Grunde von niemandem etwas handfestes erwarten außer von sich selbst.

  20. Ein Beispiel aus der Praxis: eine gute Freundin (hetero) von mir hatte mal in SL eine OOC-Beziehung zu einem männlichen Avatar gehabt, so eben das Übliche. Er war über die Woche nie da, sondern nur am Wochenende und so freute sie sich immer tierisch darauf, einige nette Stunden mit ihm am Wochenende zu verbringen. Und möge jetzt bitte niemand sagen, das sei Kindergarten oder sie soll sich doch reell umsehen, es sind genügend RL-Beziehungen die ich kenne auf diese Art und Weise in SL entstanden.

    Jedenfalls bekam sie dann nach und nach aber doch einige Zweifel daran, ob ihr Göttergatte ihr die auch die Wahrheit sagt. Sie spielten öfters miteinander auf irgendeiner Art Freestyle-RP-Sim, und sie hatte schon immer das Gefühl: da verstellt sich doch wer, das ist reell eine Frau! Nahrung gab dem ganzen zudem, dass in einigen Emotes dieser Mann doch ab und an als Bezeichnung für sich selbst eben – trotz männlich – “sie” statt “er” benutzte. Das passierte zwar vielleicht ein oder zweimal nur pro WE, aber doch regelmäßig genug, dass es an ihr nagte und ihr keine Ruhe ließ.

    Irgendwann war sie soweit, dass sie Klarheit wollte, und daher den Vogel im Voice hören wollte. Dieser lehnte zuerst mit den üblichen Ausreden wie “Hab kein Headset” usw. ab, aber sie bohrte da einige Zeit und gab nicht nach, bis sie irgendwann ihm eben das Messer auf die Brust setzte und sagte: “Entweder du gehst mit mir jetzt mal ins Voice oder es ist aus.” Gut. das machte er dann und dann fiel sie tatsächlich aus allen Wolken, da der spielende Mensch hinter dem Avatar erstens tatsächlich weiblich gewesen ist, zweitens lesbisch und drittens unter der Woche mit einer anderen Frau in SL seinen Spaß hatte. Danach war das Ding dann gelaufen.

    Und ich stimme zu dem einen Satz, dass es nicht die Schuld der Genderbender alleine ist, nicht zu. Es ist im Falle OOC-Scheinidentität massiv deren Schuld. Sie wissen nämlich genau, wie wichtig das vielen Mitmenschen ist und sie führen sie an der Nase herum, statt dass sie von Anfang an sagen “Es ist so und so” und damit ein dramenfreies Leben haben, nur weil sie Angst haben, dass dann weniger mit ihnen was haben wollen.

    Und sicher gibt es die Alternativen: es gibt für diejenigen, die wirklich sicher sind, entweder den Voicecheck oder Gruppen, in denen per Voice das Geschlecht des Spielers hinter dem Avatar geprüft wurde. Oder aber man kennzeichnet es freiwillig im Profil, wenn man der Meinung ist es sei wichtig und gut ist es. Damit lässt sich viel sorgenfreier Leben, aber es bleibt ja jedem selbst freigestellt das zu tun, ne wahr.

  21. stiller Himmel says:

    Barth, ohne das Ganze dramatisieren zu wollen…deine Freundin ist ein Paradebeispiel wie es nicht laufen sollte. An ihrer Stelle hätte ich die Karten ehrlich auf den Tisch gepackt und dem Gegenüber eine faire Chance zum Rückzug gelassen. Dieses Hickhack mit Lüge versus Nötigung lässt keinen der beiden in einem guten Licht erscheinen und lässt sich sicherlich nicht verallgemeinern.

    Mir wäre es SEHR lieb wenn sich Leute mit RL Verbandelungs- Interesse in ner Gruppe mit Voicetest sammeln und aufhören ihre Maßstäbe von allen anderen zu fordern. Macht eine Gruppe, tragt so etwas ins Profil ein. SL ist per default anonym, man muss akzeptieren wenn Leute nicht über sich sprechen möchten. Es zu erzwingen geht jedenfalls mal garnicht.

    Klar, für Lügner und Betrüger sollte man nicht die andere Wange hinhalten. Aber wer IC als Frau einen Mann spielt und damit IC Leute poppt (also Genderbender im Sinne des Posts ist), ist deshalb kein Lügner sondern RPler. Das Dilemmma ist grundsätzlich immer dasselbe. Person x verliebt sich in Char B, Spieler von B mag Person X, ist sich aber nicht sicher ob sie die Wahrheit verträgt- hält also die Klappe, macht Fehler die auffallen. Person X bohrt weiter rum bis es rauskommt. Person X fühlt sich verarscht. X und B gehen auseinander. Und warum? Weil sie nicht miteinander über ihre Wünsche reden können. Wer hat also nun “Schuld”? Ich seh die Sache nicht ganz so eindeutig wie der Rest von euch…da kommt immer vieles zusammen, siehe Barths Freundin, was ja nur eine Perspektive von zweien ist. Aus reiner Böswilligkeit handelt denk ich niemand so. Hier würde es sich lohnen mehr tacheles zu reden bzw. nicht zu vorschnellen Anschuldigungen zu kommen.

  22. wolfgangbrand says:

    Diese Problematik stellt sich mir erst gar nicht. Solche Beziehungen gehe ich sowieso nicht ein, dafür bin ich im RL viel zu verheiratet und viel zu gefragt. Ein viueller Partner hätte mir gerade noch gefehlt.

    Nein Danke

  23. Zeus says:

    Hallo Stiller, ist denn cybersexeln und co wirklich “Rollenspiel”? Per Definition vielleicht auch, sicherlich. Aber das ist trotzdem für mich eine andere Art von Rollenspiel. Dort spiele ich im wesentlichen nämlich wahrscheinlich eher mich selber, als irgendeine erdachte Figur, und auch die Motivation zu spielen ist dann eine andere.

    Aber im Grunde kann ich eines sagen: ich frage nicht, nur wenn ich den Eindruck habe ich habe es in diesem Fall mit einem Genderbender zu tun, geh ich nicht ran. In so Rollenspielsettings wo Sex generell kaum eine Rolle spielt interessierts mich hingegen naturgemäss fast überhaupt nicht. Mir ist es egal ob ich von einem RL Mann der in SL Pixelhupen hat nen Paga bekomme oder von einem RL Mädel.

    Und ganz ehrlich, es kann mir KEIN Mann erzählen, ihm wäre es wirklich in letzter Instanz völlig egal ob er jetzt einer RL Frau oder gar einem RL Mann detailert im “Rollenspiel” beschreibt wie er zB sein bestes Stück in Luke Zwo genüsslich einführt. Bleibt nicht immer so an dem Begriff Rollenspiel kleben, es gibt sicherlich eine andere Ebene in SL, aber die ist ebenfalls mit dem Titel “Rollenspiel” versehen – verlässt diese aber recht schnell.

  24. stiller Himmel says:

    Für mich heißt Rp auch in gewisser Weise “spiel mit dem, was du siehst”. Als jemand der bi ist hab ichs relativ leicht, da brauch ich nur darauf achten ob mir die Person gefällt. Als jemand der NICHT auf der Suche nach nem Partner ist, fällts mir genauso leicht nur rumzupixeln und das wars. Ich hab also gut reden, kann man sagen.

    Was ich mich aber dennoch bei dem “Problem” frage ist, wieso man sich nicht mehr bemüht solche Probleme konstruktiv zu lösen anstatt mit Homophobie und Vorurteilen zu kommen (Genderbender als leichte Mädels/Jungs, die genaus wie die bösen RPler mit den echten Gefühlen spielen). Warum? Was macht das besser? Klar ich hab Verständnis für Leute die eben was handfestes aus SL rausziehen wollen, aber genauso erwarte ich von ihnen Verständnis dafür das ich eben nicht so bin ohne das ich in die gefühlskalte Ecke gestellt werde. Das ist der HAken an der Sache Zeusel, ansonsten hast nämlich völlig recht.

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