Something old and something new

alcuin

Für alle die es noch nicht mitgekriegt haben: Alcuin, der Sklave der zum Jarl und dann wieder zum Sklaven wurde ist tot. Er wurde vor einem Standgericht der Südländer verurteilt aber nach Entscheidung des Richters als freier Krieger hingerichtet und nach nordischem Ritus verbrannt.

Rest in Pieces, Alc. Als ich dich als Hardcopy von Alcuin nó Delaunay anlegte, hätte ich nie gedacht das aus dir mal was anderes wird als der ewige Exotensklave. Sogar das Szenario mit dem Beziehungsdreieck aus Herr und Kettenschwester war ziemliches Kushiel’s Dart Reenactment. Aber anstatt am Schluß brav zu sterben bist du geflohen und im Norden bei den Tanngrisnir in die Rolle des Kriegers gestolpert und hast es zu einer Gefährtenschaft und sogar einem zeitweiligen Jarlstitel geschafft. Deshalb mag ich RP. Man weiß nie was als nächstes kommt oder wo es endet. Ich hab dich zwei Jahre lang gern gehabt. Nun kommt etwas komplett anderes. Mehr oder weniger.
Nachdem der Übergangschar Urs als Militärheiler eine ziemliche Schlappe war- nicht weil er schlecht gespielt war, sondern weil er mich zu sehr an meinen Kriegerchar Utharius von vor zwei Jahren erinnerte, beschloß ich komplett was anderes zu spielen. Und in einer unbewussten Erinnerung an Luis Royos Bilder und die guten alten Thief: Dark Projekt Abende wo ich schleichend am Pc verbrachte entstand:

Sar.

Der erste weibliche Char seitdem ich Gor überhaupt anfing zu spielen. Und in vielerlei Hinsicht fühlte ich mich wieder in die Anfängerschuhe versetzt und musste alles nochmal neu lernen. Es klingt wie ein Klischee aber der “Kerl” hat tatsächlich im RP ganz schön geprägt, vor allem da ich ja eh für meine zurückhaltende und taktvolle Art berühmt bin. Was ich erwartete war, mich nach 3 Wochen schrecklich zu langweilen und fing meine als Panther geplante Rolle ganz klassisch als freie Frau an, die von der Männerwelt auch erwartungsgemäß recht schnell mit Bemerkungen über ihr loses Mundwerk und ihr Temperament in die Collar Ecke gerückt wurde. Wie so oft leere Drohungen- klar. Umgekehrt machte es aber auch Spass die Kerle zu brüskieren (“ich suche einen Mann der das Geld bereitstellt, der kriegt von mir ein paar Kinder und soll sich ansonsten mit seinen Kajirae vergnügen gehen. ICH muss einkaufen. Das macht eh mehr Spass.”) Und arme Kaijrae quälen. Umso netter wurde es dann als sie tatsächlich versklavt wurde und eines Tages aus der Betäubung erwachte um festzustellen, das ihr Vater sie wegen Einkaufsschulden von mehreren Goldtarn ans Sklavenhaus verschachert hatte.

Und nun ab durch die Rolle der Kajira…fast wie eine freie Frau, nur das die MÄnner öfter sagen “Halts Maul, Knie dich hin, mach die Beine breit.” Echt wahr. Als Kajirus war ich ja zumindest verschont von den *hüstel* sexuellen Avancen. Ich fürchte jedoch das mich bloße Anweisungen und VErsicherungen das ich auch wirklich eine Sklavin bin, nicht wirklich in die Rolle reinkommen ließen- warscheinlich auch der Grund, warum die Rolle des KAjirus so grandios scheiterte. Gor is men’s world?

“Aber klar doch, Herr. Ich wiederspreche nie, ich versuche nur zu verhindern das ihr euch wie Idioten aufführt.” Was sie leider ziemlich oft taten 😉 Gut, dachte ich mir. Das macht die Pantherrolle umso plausibler. Es war wirklich ziemlich einfach die autoritären Typen in Tunika nicht zu mögen. Dann gelang mir die Flucht in die Wälder und ich spielte mir meine Ausrüstung zusammen. Von der nackten und zerschundenen Sklavin zu einer collarbefreiten und gefährlichen Jägerin waren es einige Wochen in denen ich mich um Kopf und Kragen redete und ein Fass Honig dafür bekam, einen Jäger verführte und ihm den Bogen wegnahm nachdem er mich entjungfert hatte (Zitat Kerl: “Ist es das denn wert?” …Ohja das ist es!) und mein Stadtcollar zuletzt dem Slaver meiner Heimatstadt anlegte und ihn als Geschenk nach Aventicum verschiffen wollte. Schade das nichts daraus geworden ist. Dafür ist der Boden in Lydius ziemlich heiß geworden. Aber no risk no fun, sag ich mal. Sar hat noch viel “einzukaufen”…

Nun bin ich auch ganz offiziell MItglied eines Pantherstammes (jaja ich weiß, ihr nennt es Taluna, schlagt mich nicht, wenn ich immer etwas nördlich ausgerichtet bin). Und da merkte ich, durch meine Bschaffungsreisen im Bikini, das die Rolle der isoliert in den Wäldern lebenden Outlaw mein Ding nicht so ist. Das hat mir recht schnell der Thread auf Slinfo gezeigt, wo alle klassischen PAntherszenarien mehr oder minder eine Capture Szene beinhalten, die entweder mit mir auf KNien oder dem Kerl auf Knien endet. “Ach, was soll ich mit nem Sklaven, wenn ich das Geschmeide seiner Frau haben kann?” denkt sich da die ehemalige einkaufssüchtige freie Frau und geht Bogen schießen üben.

Mich zieht es zur Stadt zurück, zu halbseidenen Geschäften am Rande der Legalität und vor allem Interaktion, um mehr als nur das eigene Überleben. Und ich hatte wieder meinen Parkour-Fetisch mit Secondlife Städten. von Baum zu Baum springen funzt in Sl leider so garnicht. Da bin ich lieber die sneaky Vorstadtpanther auf dem Dach, die ansonsten im Wald lebt. Ein klassischer Trickster also, die gerade dadurch, das sie Outlaw ist, auch recht viel Handlungsfreiheiten hat. Ich bin gespannt was daraus wird.

Für den Fashionteil hat dieser Charakterwechsel einen weiteren Einfluß: Ab heute wird es eher Pantherkleider und Lumpen für Leute niederer Kasten geben. Adieu ihr Tuniken. Was sich dort tut, das muss nun wer anders bloggen.

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3 thoughts on “Something old and something new

  1. Hey Stiller!
    Es hat mich auf seltsame Weise berührt, Deine Erfahrungen hier so kondensiert zu lesen. Panta rei – alles fließt. Du nimmst, was sich gerade bietet; wenn das Leben Dir Zitronen gibt, machst Du nicht etwa Limonade, sondern drückst sie anderen Leuten in die Augen; das finde ich toll. Und es zeigt mir, dass ich SL-Gor-RP schon viel zu weit von meinem normalen P&P-RP-Habitus entfernt habe, was völliger Quatsch ist. Mein Vampir beim “Dark Ages”-spielen ist ein Meister darin, im Schein brennender Brücken zu tanzen – warum hänge ich mit Zasta so am Status Quo?
    Ich bin im Moment – wie vermutlich an meinen gelegentlichen grumpigen Ausbrüchen im Bewohnerchat von Lydius hin und wieder zu erkennen – mit meinem RP-Leben zur Zeit recht unzufrieden. Ich mag meinen Char und bin auch sicher, dass ich ihn mit seiner Vor- und bisherigen Geschichte noch spielen möchte. Nur fühle ich mich echt wie in einem Korsett. Gor ist so verflucht stereotyp! Ich kanns keinem recht machen, gerade als Richter … Muss ich natürlich auch nicht, aber ich spüre, dass ich mich derzeit immer weiter ins Abseits spiele. Ich glaube, dass ich anfange, Zasta ein “reisender Maler/Naturforscher”-Outfit im humboldtschen Sinne zusammenzubasteln ist schon symptomatisch … Kann Sara ihren Hass auf die tunikentragende Oberschicht nicht mal ausnahmsweise etwas zurückschrauben und sich als Guide anheuern lassen zu den Naturwundern der Wälder? *grins*

  2. stillerhimmel says:

    Gor krankt ein bisschen daran das es zu starr ist und die Leute zuviel fordern und meist zuwenig zurückgeben. Hast du den Job als Richter, erwarten die Leute Richter- Rp. WEnn du keine Lust hast auf Fingerschnipsen Barbera Salesch zu sein, giltst du als verantwortungslos. Behandelst du eine Sklavin zu “mild” dann bist ein Weichei. Mir raubt der soziale Druck auf gewisse IC Verhaltensweisen auch öfters im RP eine gute Gelegenheit Spass zu haben, als das es neue Möglichkeiten schafft. Deshalb- sag ja zur Auszeit und mach was DIR Spass macht. Auch wenn Gor im Vergleich zum klassischen P&P RP viele Nachteile hat, dann wenigstens nicht den, das ausgedehnte Einzelaktionen nahezu unspielbar sind.
    ===========================

    Kann Sara ihren Hass auf die tunikentragende Oberschicht nicht mal ausnahmsweise etwas zurückschrauben und sich als Guide anheuern lassen zu den Naturwundern der Wälder? *grins*

    ==> Klar kann sie, sie ist da sehr pragmatisch. Solange die Kohle stimmt und der Stress ausbleibt. Stell dir ung. Mal Reynolds auf Gor vor: find a crew, find a job, keep flying.

    *stellt fest, das sie mal wieder keinen Stereotyp aus den herrlichen Gorbüchern braucht, um ne spassige Rolle BTB zu basteln*

  3. […] in die selbe Richtung gewiesen haben. Das erste war die Lektüre von Stillers Blog. Genauer gesagt dieses Eintrags. Ich las das und es war, als hätte ich zum ersten Mal seit Wochen wieder richtig die […]

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